Die Sakralität der Person

Eine neue Genealogie der Menschenrechte

Author: Hans Joas

Publisher: Suhrkamp Verlag

ISBN: 3518754505

Category: Political Science

Page: 303

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Ein hartnäckiger Meinungsstreit der letzten Jahrzehnte dreht sich um die Frage, welchen Ursprungs die Idee der Menschenrechte ist. Verdanken wir sie unserem christlich-jüdischen Erbe oder ist sie eine Erfindung der Aufklärung? Weder das eine noch das andere, behauptet der Sozialtheoretiker Hans Joas und erzählt in seinem Buch eine ganz andere Geschichte der Menschenrechte. Im Stile einer »historischen Soziologie« fördert er dabei eine überraschende dritte Sicht der Dinge zutage: Der Glaube an die universale Menschenwürde ist das Ergebnis eines Prozesses der Sakralisierung, in dessen Verlauf jedes einzelne menschliche Wesen mehr und mehr als heilig angesehen wurde. Diesen Prozeß zeichnet Joas in exemplarischen Studien etwa über die Abschaffung der Sklaverei sowie anhand der Genese paradigmatischer »Erklärungen der Menschenrechte« nach und analysiert ihn als eine komplexe kulturelle Transformation: Erfahrungen von Gut und Böse mußten vor dem Hintergrund unterschiedlicher Werttraditionen diskursiv artikuliert, in Rechten kodifiziert und in Praktiken gelebt werden. Die Menschenrechte, so zeigt sich, sind eben nicht das Ergebnis eines bloßen Konsenses über ein universalistisches Prinzip, sondern entstammen einem langen kulturübergreifenden Gespräch über Werte. Ihre Geschichte setzt sich aus vielen Geschichten zusammen. Hans Joas erzählt sie auf packende Weise und eröffnet damit die Debatte über die Idee der Menschenrechte neu.

Die Sakralität der Person

eine neue Genealogie der Menschenrechte

Author: Hans Joas

Publisher: N.A

ISBN: 9783518585665

Category: Human rights

Page: 302

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Ein hartnäckiger Meinungsstreit der letzten Jahrzehnte dreht sich um die Frage, welchen Ursprungs die Idee der Menschenrechte ist. Verdanken wir sie unserem christlich-jüdischen Erbe oder ist sie eine Erfindung der Aufklärung? Weder das eine noch das andere, behauptet der Sozialtheoretiker Hans Joas und erzählt in seinem Buch eine ganz andere Geschichte der Menschenrechte. Im Stile einer ”historischen Soziologie“ fördert er dabei eine überraschende dritte Sicht der Dinge zutage: Der Glaube an die universale Menschenwürde ist das Ergebnis eines Prozesses der Sakralisierung, in dessen Verlauf jedes einzelne menschliche Wesen mehr und mehr als heilig angesehen wurde. Diesen Prozeß zeichnet Joas in exemplarischen Studien etwa über die Abschaffung der Sklaverei sowie anhand der Genese paradigmatischer ”Erklärungen der Menschenrechte“ nach und analysiert ihn als eine komplexe kulturelle Transformation: Erfahrungen von Gut und Böse mußten vor dem Hintergrund unterschiedlicher Werttraditionen diskursiv artikuliert, in Rechten kodifiziert und in Praktiken gelebt werden. Die Menschenrechte, so zeigt sich, sind eben nicht das Ergebnis eines bloßen Konsenses über ein universalistisches Prinzip, sondern entstammen einem langen kulturübergreifenden Gespräch über Werte.

Die Sakralität der Person als Gegenstand moderner Religion

Eine Anthropologisierung des Religionsbegriffes nach Émile Durkheim

Author: Maximilian Bekmann

Publisher: GRIN Verlag

ISBN: 3668425531

Category: Religion

Page: 6

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Essay aus dem Jahr 2016 im Fachbereich Theologie - Sonstiges, Note: 1,0, Universität Salzburg (Katholisch-Theologische Fakultät), Veranstaltung: Seminar: Dogmatische Wissensformen, Sprache: Deutsch, Abstract: Das Zeitalter der Aufklärung war unter anderem vor allem gekennzeichnet durch eine anthropologische Wende im philosophischen Denken. Der Mensch als Person und seine Vernunft trat in das Zentrum des Denkens und Suchens nach Erkenntnis und Wahrheit. Damit einher geht eine kritische Einstellung, die daraus hinausläuft, alles in Frage zu stellen, was einer rationalen Prüfung durch die Vernunft nicht standhält. Dadurch sollte durch Kritik an abergläubischen Meinungen und Dogmen dem religiösen Fanatismus entgegengewirkt und die Toleranz gefördert werden. Dies geschah auf der Basis von bestimmten Zurückführungen von Ansichten auf die ihnen je zugrundeliegenden Interessen und deren Gegenüberstellungen zum vernünftigen, mathematisch-naturwissenschaftlichen Denken. Damit einher geht so zu sagen auch eine Rationalisierung der Religion. [...]

Religion und soziale Ordnung

gesellschaftstheoretische Analysen

Author: Matthias Sellmann

Publisher: Campus Verlag

ISBN: 9783593383675

Category: Religion and state

Page: 495

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Alte Werte - neue Werte

Schlaglichter des Wertewandels

Author: Andreas Rödder

Publisher: Vandenhoeck & Ruprecht

ISBN: 3525363796

Category: Social change

Page: 200

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Der moderne Glaube an die Menschenwürde

Philosophie, Soziologie und Theologie im Gespräch mit Hans Joas

Author: Hermann-Josef Große Kracht

Publisher: transcript Verlag

ISBN: 3839425190

Category: Social Science

Page: 270

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Hans Joas gehört zu den wichtigsten Theoretikern der Gegenwart. Seine neopragmatistische Konzeption stößt auf ein breites - oft auch skeptisches - Interesse. Vor allem sein nachidealistisches Konzept der »Sakralität der Person« findet hohe Aufmerksamkeit. Dieser Band versammelt interdisziplinäre Auseinandersetzungen mit Hans Joas und fragt nach der Tragfähigkeit seines Forschungsprogramms - in einer Perspektive, die soziologische, philosophische und theologische Diskurse miteinander ins Gespräch bringt. Die abschließende Replik von Hans Joas macht deutlich, dass das Innovationspotenzial seiner Sozialtheorie noch lange nicht erschöpft ist.

Hans Joas in der Diskussion

Kreativität - Selbsttranszendenz - Gewalt

Author: Heinrich Wilhelm Schäfer

Publisher: Campus Verlag

ISBN: 359339524X

Category: Social Science

Page: 168

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Die Themen Kreativität, Selbsttranszendenz und Gewalt erzeugen in der Forschung des Soziologen und Sozialphilosophen Hans Joas eine Spannung, aus der ein kreativer und eigener Denkansatz in der deutschen Sozialwissenschaft entstanden ist. Er schöpft aus der Quelle einer langjährigen Auseinandersetzung mit dem US-amerikanischen Pragmatismus und seiner Betonung der Bedeutung menschlicher Handlungen. Daraus hat Joas eine eigene Position zur Entstehung von Werten und Normen entwickelt. Seine neueren Forschungen zur Entstehung der Menschenrechte als einem Prozess der Verarbeitung von Gewalterfahrung sowie der Sakralisierung der Person setzen dieses Programm konsequent fort.

Heroes - Repräsentationen des Heroischen in Geschichte, Literatur und Alltag

Author: Johanna Rolshoven,Toni Janosch Krause,Justin Winkler

Publisher: transcript Verlag

ISBN: 3839441153

Category: Social Science

Page: 606

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Herakles, Milicianas, Widerstandskämpferinnen, Road Heroes: Heldentum, Widerstand und Martyrium sind feste Bestandteile der Kultur. Ihre gesellschaftspolitische Aktualität und Relevanz macht Heldinnen und Helden zu Repräsentantinnen ihrer jeweiligen Epoche. Als Figuren der Übertreibung und Subversion bilden sie Werte, Ziele und Krisen überdeutlich ab. Ob reale Gestalten oder fiktive Figuren - in ihrer Vorbildfunktion bieten sie eine große Bandbreite an individuellen Identifikationsmöglichkeiten. Dieser Band vereinigt ein interdisziplinäres Spektrum von Kulturanalysen, die Funktionen und Wirkungen von Heldinnen und Helden an aktuellen und historischen Beispielen vorstellen, hinterfragen und in die geschichtlichen Zusammenhänge stellen.

Der Staat als irdischer Gott

Genese und Relevanz einer Hegelschen Idee

Author: Ludwig Siep

Publisher: Mohr Siebeck

ISBN: 9783161538483

Category: Law

Page: 279

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English summary: In the present age, the reference to God within constitutions is just as much a bone of contention as the "deification of the state" because of the threat it may pose to the upholding of human rights. The idea of an "absolute" state has a long history in the political philosophy of modernity and culminates with Hegel. This notion belongs to the emancipation of the secular state from religious and ecclesiastical dictation, to the safeguarding of religious freedom and other fundamental rights. State-determined right is the only source of binding and enforceable laws. Ludwig Siep's study shows how philosophers since the time of the French Revolution viewed the state to be in a liberty-threatening rivalry with religious and economic forces. It could retain the loyalty of its subjects only through an independent imparting of meaning. In the case of emergency, it would have to be worth it to relinquish all private interests and to sacrifice just as much for the state as for belief. This idealization of the state was itself intended to support the protection of individual rights - quite the opposite to the 20th century totalitarian states disdainful of these rights. However, state sovereignty was not sufficiently limited by defensive rights of its citizens - especially in the German tradition. From this, the author draws out the implications for the present discussion in the wake of the "return of religion." In order to secure basic rights in the face of religious powers and private interests, the state must remain the highest judicial authority - it cannot become "post-secular." If religious communities defend human rights credibly, both inwardly and outwardly, and accept the impartial state, there is no need for a "moral" or even "sacred" state authority. In order to rein the global economy, however, some sovereignty must be given over to supranational organs - but without lack of legitimate power resulting in "failed states." German description: In der Gegenwart wird uber den "Gottesbezug" von Verfassungen ebenso gestritten wie uber eine "Staatsvergottung." Die Idee eines "absoluten" Staates hat in der politischen Philosophie der Neuzeit eine lange Geschichte, die bei Hegel gipfelt. Ihr Ziel war die Emanzipation des Staates von der Religion und den wirtschaftlichen Interessen. Ludwig Siep zeigt, dass die Rechte und Freiheiten, die er sichern sollte, durch seine unbegrenzte Souveranitat aber auch gefahrdet wurden. Daraus lassen sich Konsequenzen fur die gegenwartige Diskussion nach der "Wiederkehr der Religionen" ziehen. Der sakulare Staat bleibt notwendig fur die Sicherung der Grundfreiheiten. Auf zivilreligiose Aura kann er aber verzichten, wenn Religionen Menschenrechte aktiv bejahen. Zur Zugelung der globalen Wirtschaft muss er Souveranitat an uberstaatliche Organe abgeben. Dabei darf es aber nicht zu Zustanden ohne legitimes Gewaltmonopol ("failed states") kommen.

Chinas Angst vor der Freiheit

der lange Weg in die Moderne

Author: Helwig Schmidt-Glintzer

Publisher: C.H.Beck

ISBN: 9783406593468

Category: China - Modernisierung - Demokratisierung - Kulturkontakt - Westliche Welt - Geschichte

Page: 148

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Säkularisierung und Sakralität

zum Selbstverständnis des modernen Verfassungsstaates

Author: Horst Dreier

Publisher: Mohr Siebeck

ISBN: 9783161529627

Category: Law

Page: 151

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English summary: The return of religion does also provide a challenge for constitutional law. It may well appear that the structures of the modern, liberal and constitutional state, comprising full religious and ideological freedom for its citizens on the one hand and religious and ideological neutrality of the state on the other, have been firmly established. However, the question arises as to whether religious elements are fundamentally embedded in this supposedly fully secularized political community or if they are otherwise present in a conceptual, institutional or functional sense. Clearly, the answer is no. The liberal, constitutional state can and must also manage the resurgence of religious life based on a secular approach. A separation of politics and religion is and remains the basis for freedom in the political community. German description: Die Ruckkehr der Religion stellt auch fur das Staats- und Verfassungsrecht eine Herausforderung dar. Zwar scheinen die Strukturen des modernen, freiheitlichen Verfassungsstaates mit umfassender Religions- und Weltanschauungsfreiheit der Burger einserseits, religios-weltanschaulicher Neutralitat des Staates andererseits fest gefugt. Doch erhebt sich die Frage, ob in das vermeintlich vollstandig sakularisierte politische Gemeinwesen sakrale Elemente konstitutiv eingelassen sind oder ihm sonst begrifflich, institutionell oder funktionell innewohnen. Die Frage ist im Ergebnis eindeutig zu verneinen. Der freiheitliche Verfassungsstaat kann und muss auch die Wiederkehr des Religiosen sakular verwalten. Die Trennung von Politik und Religion ist und bleibt die Basis der Freiheitlichkeit des politischen Gemeinwesens.

Ganzheit und Kontrafaktizität

Religion in der Sphäre des Sozialen

Author: Jörg Dierken

Publisher: Mohr Siebeck

ISBN: 9783161533297

Category: Religion

Page: 431

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English summary: However much individuals practice the Christian religion, without social communication, their faith remains empty. Their symbolic articulation is mediated by culture and depends on communal presentation. The Christian religion is rooted in the subjective and the internal, but at the same time it presses for expression and activity in the intersubjective, which are not easily aligned with each other. The relationships between the individual and the social dimension achieve a certain dynamic that does not wholly erase points of incongruity. So, the faith of one is accompanied by demands on others and religion can also exert influence on other non-religious forms such as politics, science, or education, or can become apparent in them. Religion has a hybrid character. In its real occurrences it is always something other than a simple religion. Jorg Dierken pursues this hybridity on the basis of two contrary motives of the religious: on the one side is the tendency to bring in all divided things into a context of extensive wholeness and, on the other side, the effort to depict a counter-factual alternate world. German description: Sosehr die christliche Glaubensreligion von Individuen praktiziert wird, sosehr bleibt der eigene Glaube ohne soziale Kommunikation leer. Seine symbolischen Artikulationsmuster sind kulturell vermittelt, er lebt von gemeinschaftlicher Darstellung. Christliche Religion hat einen Anker im Subjektiven und Innerlichen, aber sie drangt ebenso auf Ausserung und Betatigung im Intersubjektiven. Beides kommt nicht einfach zur Deckung. Die Wechselverhaltnisse des Individuellen und des Sozialen gewinnen gerade dadurch Dynamik, dass nicht alles zusammenstimmt. So geht der Glaube der Einen mit Anspruchen an Andere einher, und Religion kann auch auf andere, nichtreligiose Formen wie Politik, Wissenschaft oder Erziehung Einfluss nehmen oder sich darin zeigen. Religion hat einen hybriden Charakter. In ihrem wirklichen Vorkommen ist sie immer auch noch etwas anderes als blosse Religion. Jorg Dierken geht dieser Hybriditat anhand zweier gegenlaufiger Grundmotive des Religiosen nach: Einerseits der Tendenz, alles Vereinzelte in einen Zusammenhang umfassender Ganzheit zu bringen, andererseits dem Bestreben, eine kontrafaktische Gegen-Welt darzustellen.

Sind die Menschenrechte westlich?

Author: Hans Joas

Publisher: Kösel-Verlag

ISBN: 3641161312

Category: Social Science

Page: 96

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Wenn die Idee der Menschenrechte ein Charakteristikum der westlichen Kultur ist, wie kann es dann sein, dass die längste Zeit europäischer Geschichte von Sklaverei und Folter durchzogen ist? Hans Joas zeigt anhand der Rechtfertigung von Inhumanität im Westen, wie fragil der Fortschritt in Richtung einer Sakralisierung der Person ist, und warnt vor jedem kulturellen Triumphalismus, der sich auf die erreichten Fortschritte beruft.

Der Einzelne im europäischen Verwaltungsrecht

Die institutionelle Ausdifferenzierung der Verwaltungsorganisation der Europäischen Union in individueller Perspektive

Author: Johannes Saurer

Publisher: Mohr Siebeck

ISBN: 9783161519581

Category: Law

Page: 572

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Mit den Normativitatsschuben der Vertrage von Maastricht und Lissabon ist der Einzelne in den Mittelpunkt des europaischen Verwaltungsrechts geruckt. Ausgehend von dieser Beobachtung schlagt Johannes Saurer einen Perspektivenwechsel vor. Er kontrastiert den tradierten institutionell-organisationsbezogenen Zugriff auf die Verwaltungsarchitektur der Europaischen Union mit einer Betrachtung aus individueller Sicht. Dabei erschliesst sich der Begriff des Einzelnen als normative Konstruktion, die eine Vielzahl sozial und okonomisch hochst unterschiedlicher Akteure zusammenfuhrt: Privatpersonen, kleine und mittlere Unternehmen, transnationale Konzerne und verschiedene Interessengruppen. Weitere Schwerpunkte betreffen die ambivalente Zweckstruktur subjektiv-offentlicher Rechte im Unionsrecht, Verfahren und Rechtsschutz in den komplexen Vollzugsstrukturen und das Prinzip der institutionellen Verantwortungsteilung, das Uniongerichte und Unionsgesetzgeber gleichermassen fur die Individualrechtssicherung in die Pflicht nimmt.

(Wie) können Menschenrechte universell begründet werden? Die normative Letztbegründung

Author: Benno Valentin Villwock

Publisher: GRIN Verlag

ISBN: 366816438X

Category: Social Science

Page: 29

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Studienarbeit aus dem Jahr 2014 im Fachbereich Soziologie - Politische Soziologie, Majoritäten, Minoritäten, Note: 1,0, Christian-Albrechts-Universität Kiel (Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät, Fach Politikwissenschaften), Veranstaltung: Menschenrechte – ihre Begründung und Bedeutung, Sprache: Deutsch, Abstract: In der folgenden Arbeit wird der Frage nach dem normativen Geltungsgrund der Menschenrechte nachgegangen. Wodurch können Menschenrechte normativ letztbegründet werden? Inwieweit lassen sich aus dieser normativen Letztbegründung tatsächlich Menschenrechte nach heutigem Verständnis ableiten? Welche Kritik kann an der Wahrheitsfähigkeit der Begründungsansätze, sowie an deren Potenzial, Menschenrechte nach unserem heutigen Verständnis zu begründen, angeführt werden? Im Einklang mit einschlägiger Literatur soll sich bei der Beantwortung der Ausgangsfragen auf eine religiöse, eine deontologische sowie eine konsequenzialistische Herleitung konzentriert werden. Das Spektrum umfasst somit eine theologische Begründung sowie die wesentlichen Zweige der, sich von metaphysisch Vorannahmen weitgehend zu emanzipieren versuchenden, kognitivistischen Ethik. Menschenrechte sind heute eine der großen globalen Integrationsformeln, auf Basis derer normative Legitimität für Meinungen und politische Vorhaben reklamiert werden kann. Der Wortbedeutung nach bezeichnen diese eine Gruppe von Rechten mit dem Anspruch, jedem Menschen, allein auf Grundlage der Zugehörigkeit zur menschlichen Spezies, zuzustehen. Mit den Menschenrechten wird heute ein universeller Wahrheitsanspruch verbunden, das heißt, dass diese unabhängig von der subjektiven Lebenswelt und dem hiermit verbundenen kulturellen Sozialisationsrahmen des Adressaten normative Geltung beanspruchen. Es kann nun die Frage aufgeworfen werden, worin diese besonderen Rechte des Menschen begründet sind. So wurde kritisiert, dass allein die Zugehörigkeit zu einer bestimmen biologischen Gattung kein ausreichender Grund für die Zuschreibung partikularer Rechten ist. Eine rein rechtspositivistische Begründung scheint ebenfalls zunächst ungenügend. Trotz der Relevanz einer solch empirischen Perspektive scheint es lohnend, theoretisch nach einer normativen Letztbegründung der Menschenrechte zu fragen – auch, da derartige Ideen einen bedeutenden Einfluss im Prozess der sukzessiven Sakralisierung der Person hatten und für die diskursive Durchsetzung dieser Idee bis heute aktuell sind.

Das Weber-Paradigma

Studien zur Weiterentwicklung von Max Webers Forschungsprogramm

Author: Gert Albert,Agathe Bienfait,Steffen Sigmund,Claus Wendt

Publisher: Mohr Siebeck

ISBN: 9783161488269

Category: Social Science

Page: 406

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English summary: This volume is based on a colloquium held in April 2003 in Heidelberg. In their articles, the authors' goal is to establish Max Weber's research program as an independent and productive Weber paradigm apart from the other dominant approaches in the social sciences. The meeting of scholars whose backgrounds are in completely different disciplines resulted in a collection of essays which, due to their productive variety of subjects and approaches, provide a fundamental guideline to the paradigmatic consolidation of Weber's thinking. German description: ... Der vorliegende Band zeigt gerade in der Vielfalt der Themenbereiche, aber auch in der Varietat der Anknupfungs- und Abgrenzungspunkte zum Weber-Paradigma die Fruchtbarkeit des Ansatzes von Max Weber weit uber den Bereich einer eng verstandenen Soziologie hinaus. Fur besonders wichtig halte ich die daraus hervorgehenden Hinweise zu einer Wiedergewinnung einer Einheit der Sozial- und Wirtschaftswissenschaften auf hoherem Niveau, d.h. unter Anerkenntnis fachwissenschaftlicher Ausdifferenzierungsprozesse in den letzten hundert Jahren. Gerade in diesem Sinne ist Max Weber auch und gerade heute noch ein besonders bedeutender Sozialwissenschaftler und daher gerade in methodischer Hinsicht sehr viel moderner als viele seiner gegenwartigen Kritiker. Hans G. Nutzinger in Kolner Zeitschrift fur Soziologie und Sozialpsychologie, H 4 (2004), S. 747-751

Soziale Menschenrechte im Völker-, europäischen und deutschen Recht

Author: Eberhard Eichenhofer

Publisher: Mohr Siebeck

ISBN: 9783161522444

Category: Law

Page: 233

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English summary: Basic social guarantees are regarded as human rights both in international public law and European law. In German law however this is not the case. What does this mean, what do these guarantees mean and what impact do they have on German law? Eberhard Eichenhofer explores these questions, showing the significance of social human rights for the interpretation of social policy and social law, equality, liberty and the social state based on the rule of law, explains the origins of social human rights, describes their scope and illustrates their relevance for international, European and German law. German description: Die sozialen Menschenrechte auf Arbeit, Bildung, Gesundheit, soziale Fursorge und Sozialversicherung sowie Wohnung sind im Volker- und Europarecht als Menschenrechte anerkannt; ihnen entsprechen aber keine Grundrechte im Grundgesetz. Was folgt daraus? Eberhard Eichenhofer klart zunachst den Zusammenhang von Sozialpolitik und Sozialrecht, Gleichheit, Freiheit und sozialer Rechtsstaat mit den sozialen Menschenrechten, erlautert sodann die Herausbildung der sozialen Menschenrechte, ausgehend von der Franzosischen Revolution uber die Weimarer Reichsverfassung bis zu der Allgemeinen Erklarung der Menschenrechte von 1948 und danach. Im weiteren Fortgang werden sodann die Gehalte der sozialen Menschenrechte auf Arbeit, Bildung, Gesundheit, Sozialfursorge, soziale Sicherheit und Wohnung im Einzelnen geschildert, sodann deren Tragweite im Rahmen des Volker-, Europa- und des deutschen Rechts entfaltet, um abschliessend anhand des Art. 1 Abs. 2 GG die Bedeutung der volker- und europarechtlichen Menschenrechtsgarantien fur das deutsche Rechte aufzuzeigen. Kann dies gelingen: uber Sozialrecht reden und uber soziale Rechte schweigen? Eine Jahrzehnte wahrende akademische Beschaftigung mit jenem drangte mir diese Frage immer mehr auf. Die Antwort darauf enthalt dieses Buch. Es richtet sich zunachst an die Fachvertreter(innen) des Sozialrechts in Deutschland. Sie konnten den sozialen Rechten bisher nicht viel abgewinnen - wiewohl sie um des Sozialrechts grundlegende Bedeutung wissen. Das Buch wendet sich auch an die Jurist(inn)en anderer Fachrichtungen. Auch unter ihnen misstrauen viele den sozialen Rechten: Begrunden diese nicht ganz unerfullbare Erwartungen oder bewirken sogar, dass die Republik eine andere wurde? Auch in der offentlichen Debatte sind soziale Rechte kein Gegenstand. Der Begriff ist abstrakt, macht daher ratlos und verstort. Die wenigsten begegnen ihm offen oder gar emphatisch. Eberhard Eichenhofer im Vorwort

Nationalisierung der Religion und Sakralisierung der Nation im östlichen Europa

Author: Martin Schulze Wessel

Publisher: Franz Steiner Verlag

ISBN: 9783515086653

Category: History

Page: 272

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Aus dem Inhalt Martin Schulze Wessel: Einleitung: Die Nationalisierung der Religion und die Sakralisierung der Nation im ostlichen Europa Thomas Bremer: Konfessionelle Konflikte aus theologischer Sicht Nationale und religiose Kulte: Stefan Laube: Nationaler Heiligenkult in Polen und Deutschland. Ein erinnerungspolitischer Vergleich aus dem 19. Jahrhundert Frithjof Benjamin Schenk: Die Nationalisierung des kulturellen Gedachtnisses? Das Aleksandr Nevskij-Bild in Rualand im 19. Jahrhundert Religion in den Nationalbewegungen des 18./19. Jahrhunderts: Hans-Christian Maner: Die arumanische Nationo in den Konzeptionen griechisch-katholischer und orthodoxer Geistlicher und Intellektueller Siebenbuergens im 18. und 19. Jahrhundert John-Paul Himka: The Place of Religion in the Ukrainian National Revival Ricarda Vulpius: Der Kirchenkampf in der Ukraine als Beispiel fuer Sakralisierung der Nation und Nationalisierung der Religion (1917-1921) Religion und nationale Festkultur: Harald Binder: Kirche und nationale Festkultur in Krakau 1861 bis 1910 Joachim von Puttkamer: Alltagliche Inszenierungen. Kirchliche und nationale Schulfeste in Ungarn 1867-1914 Religion und Krieg: Juliane Brandt: aJesus und der Weltkriego: Das Schicksal nationalen Gedankenguts des ungarischen Protestantismus im Ersten Weltkrieg Christoph Mick: Der Kult um den Unbekannten Soldaten in der Zweiten Polnischen Republik Religion in Kulturmustern: Klaus Buchenau: Svetosavlje und Pravoslavlje. Nationales und Universales in der serbischen Orthodoxie Vera Urban: Nationalisierung der Religion durch Abgrenzung? Orthodoxie versus Katholizismus in russischen Kulturtheorien des 19. Jahrhunderts Dirk Uffelmann: Nationalstaat und Religion - direkt oder umgekehrt proportional? Die gespannte Historiosophie von Zygmunt Krasinskis aPrzedswito (1843) .